Nachdem ich seit langem eine geschenkte Pentacon LTL mit mir herumtrage und ab und an auch ein Foto damit schiesse, habe ich es nun endlich geschafft, den darin befindlichen Ilford 400er-Film entwickeln zu lassen. Zu meiner Entäuschung geriet dieser jedoch etwas zu dunkel…

Auf der einen Seite ist es wohl die Umgewöhnung, analoge Fotografie ohne Hilfe und Displaynachkontrolle ist um Welten schwerer. Auf der anderen Seite ist es wohl allein die Gewohnheit, sowieso alles noch  nachbearbeiten retten zu können. Von daher war ich nicht auf solch ein Ergebnis vorbereitet ;) Nichtsdestotrotz wollte ich ausprobieren, wie viel man mit dem Computer noch aus diesen Bildern herausholen kann, oder sie zumindest meinen Sehgewohnheiten ( square pixels , Quadrataugen und 72dpi) anpassen.

Dazu habe ich mir den Ghetto-Scan schlechthin errichtet, bestehend hauptsächlich aus Batterien verschiedenen Typs, einem weissen Blatt Papier und diversen Kleinigkeiten, wie einer Eos 40d und einem Nikon SB25.

Dieser leuchtete von hinten durch das Papier auf das Negativ, an der Kamera befestigt war ein Pentacon 50mm 1,8er – Objektiv sowie ein paar Zwischenringe, beides von oben genannter Pentacon LTL. Irgendwie dann doch das alte Zeug digitalvergewaltigt.. Blende natürlich zuestens, wegen der Tiefenschärfe, welche sich in  ihrer Kurzheit  eventuell schon in der Beugung des Filmstreifens bemwekbar macht, wenn man ihn nicht komplett plan befestigen kann.

Zur Nachbearbeitung:

Ich habe die Bilder in Photoshop invertiert und mit dem Curves- Tool Weiss- und Schwarzpunkt angepasst. Es macht sich gut, den Rand mit im Bild zu belassen (die Schrift an der Seite sollte den genauesten Schwarzwert ergeben). dann habe ich die Sättigung  bis auf 0 verringert. Wenn man gleich einen korrekten Weisabgleich nutzt kann man sich diesen Schritt eventuell sparen, oder man lässt den grünlichen Schleier als Stilmittel durchgehen.

Nochmal Levels nachgeregelt und bei Bedarf Abwedeln/Nachbelichten und so weiter, fast wie in der echten Dunkelkammer.

Die Ergebnisse sind nach der Umwandlung in Camera Raw zwar nicht wirklich besser als die Papierbilder, und auch nicht so geil wie all die  anderen Analogfotos, die im Internet kursieren.

Aber wenn man den Rand mit drinnen lässt, ergeben sich aus all diesen Unzulänglichkeiten interessante Fotos, irgendwie altmodisch (logisch?), man könnte meinen es wäre eine von diesen zwanghaft retro-stylishen Photoshopaktionen beteiligt gewesen.